Gedanken zum Juli 2026
„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,24)
von Pfarrer Alexander Kunick, Evangelische Kirchengemeinde Gaggenau

Quelle: Pfr. Alexander Kunick - eingebettet von kirchenbezirk-babara.de
Im Juli schauen viele über den Atlantik: Der amerikanische Unabhängigkeitstag jährt sich zum 250. Mal. Er erinnert an die Sehnsucht nach Freiheit, nach Würde, nach einem Leben, das von Gerechtigkeit getragen ist. „Life, Liberty and the pursuit of Happiness“ – große Worte, geboren aus der Hoffnung, dass Menschen in Freiheit aufblühen können.
Auch die Bibel kennt diese Sehnsucht. Amos malt kein starres Bild von Ordnung, sondern ein lebendiges: Recht und Gerechtigkeit wie Wasser. Fließend. Beweglich. Lebensspendend. Verzweigt sich bis in die trockensten Bereiche. Wo Wasser ist, da ist Zukunft. Da kann wachsen, was sonst verdorrt.
Vielleicht verbindet sich beides an diesen Sommertagen: die Erinnerung an errungene Freiheit – und die biblische Vision von Gerechtigkeit, die weiterfließt. Nicht nur als Idee, sondern ganz konkret: in fairen Entscheidungen, in einem wachen Blick für andere, in Worten, die aufrichten statt klein machen.
Gerechtigkeit ist unterwegs – wie ein Bach, der sich seinen Weg sucht. Manchmal leise und unscheinbar, manchmal kraftvoll und unübersehbar.
Und wir? Wir stehen nicht nur am Ufer. Wir sind eingeladen, Teil dieser Bewegung zu sein. Mit dem, was wir können, bei uns vor Ort: eine Geste der Aufmerksamkeit und ein mutiges Eintreten für das, was Menschen guttut. Was ihnen Recht verschafft und Würde verleiht.
Gott selbst ist die Quelle von Recht und Gerechtigkeit. Er lässt nicht versiegen, was zum Leben dient. Wir geben weiter, und lassen dabei unsere Fantasie spielen. Wie Kinder, die an einem Bach spielen und Wasser umleiten, damit es sich ganz neue Wege sucht. Wir sind von Herzen dabei.
In diesem Sinne: einen sommerlich leichten, freiheitsfrohen und zugleich tief verwurzelten Blick auf das, was unser Leben trägt.





